Schritt für Schritt zum Ziel
In der vergangenen Woche habe ich wieder einige Rollenspiele mit meinen Coachees gemacht. Diese finden bei meinen systemischen Business Coaching im Rahmen des Kommunikationstrainings statt, kosten zunächst viel Überwindung und machen dann aber unglaublich viel Spaß! Hierbei helfe ich Menschen nicht im Sinne einer Beratung, also nun erkläre ich euch mal die Welt, sondern trainiere mit Ihnen Gespräche, um Dinge (Themen), Wege (Herangehensweisen) und Kommunikationsstrategien (Zielerreichung) auszuprobieren. Wir erleben die Resultate dadurch gemeinsam (was auch für mich eine totale Bereicherung ist 👏🏻), kommen zusammen dem Ziel näher und entdecken beim Coachee eine neue eigene Qualität der Kommunikation.
Wahrnehmung, Wirkung, Wunsch
In der Welt der zwischenmenschlichen Interaktion spielen drei Faktoren im Rahmen eines konstruktiven Feedbacks, zusammengefasst WWW: Wahrnehmung, Wirkung und Wunsch, eine entscheidende Rolle. Diese Elemente beeinflussen nicht nur unsere Beziehungen zu anderen, sondern auch unser eigenes Selbstbild und unsere Entwicklung.
Lasst uns einen genaueren Blick darauf werfen:
Feedback ist ein wichtiger Bestandteil jeder Kommunikation. Es ermöglicht es uns, Rückmeldungen zu erhalten, um unser Verhalten zu reflektieren und zu verbessern. Ein konstruktives Feedback kann uns helfen, unsere Stärken zu erkennen und an unseren Schwächen zu arbeiten. Es ist wichtig, Feedback sowohl zu geben als auch anzunehmen, um eine gesunde Kommunikation aufrechtzuerhalten.
- Wahrnehmung
Die eigene Wahrnehmung spielt eine entscheidende Rolle in der Art und Weise, wie wir die Welt um uns herum interpretieren. Unsere Wahrnehmung wird durch unsere Erfahrungen, Überzeugungen und Emotionen geprägt und beeinflusst maßgeblich unsere Reaktionen auf bestimmte Situationen. Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass unsere Wahrnehmung subjektiv ist und von anderen Menschen unterschiedlich wahrgenommen werden kann. Die Wahrnehmung kann wie folgt eingeleitet werden: „Ich habe gehört, dass Du XYZ gesagt hast.“ Wichtig ist, dass an dieser Stelle noch nicht bewertet wird.
2. Wirkung
Die Wirkung unserer Kommunikation kann weitreichende Folgen haben. Unsere Worte und Taten können positive oder negative Auswirkungen auf andere haben und langfristig ihre Beziehungen beeinflussen. Es ist wichtig, sich der Macht unserer Kommunikation bewusst zu sein und sie verantwortungsbewusst einzusetzen. Egal, wie diese durch den Sender eingesetzt wird, löst sie oft andere Dinge beim Empfänger aus. Um ein gegenseitiges Verständnis von der Wirkung einer Aussage oder einer Handlung zu schaffen, sollten wir die Wirkung auf uns persönlich unbedingt kommunizieren. Die Wirkung kann wie folgt eingeleitet werden: „Auf mich hat das gewirkt, als ob XYZ.“ Wichtig ist, dass an dieser Stelle Ich-Botschaften verwendet und keine versteckten Vorwürfe gemacht werden.
3. Wunsch
Mit der Formulierung eines Wunsches gehen wir zur Lösungsfindung über. Erstaunlicherweise fällt dieser Schritt den meisten Menschen sehr schwer. Ein Grund dafür könnte sein, dass wir es nie gelernt haben, für unsere eigenen Bedürfnisse, selbstbewusst einzustehen. Die Wunschformulierung kann wie folgt eingeleitet werden: „Für das nächste Mal würde ich mir wünschen, dass XYZ.“ Wichtig ist, dass an dieser Stelle Wünsche formuliert werden, die uns unserem Ziel, zum Beispiel einer kollegialeren Zusammenarbeit, näher bringen. und keine Sorge: der Feedback Empfänger empfindet die Wunsch Formulierung in 90 % der Fälle als Geschenk und klare Richtung für das zukünftige Miteinander.
Disclaimer:
Die 3W‘s sind ein bewährtes Feedback-System, welches ich zwar anwende, aber mir nicht selbst überlegt habe. Bei dem Versuch, den Urheber zu googeln, bin ich gescheitert. Daher bewerte ich das Ganze einfach mal als common knowledge.
Vorbereitung
Mir hilft es immer ungemein, in Feedbackgesprächen sehr gut vorbereitet zu sein. Wenn man konstruktives Feedback schon häufig gegeben hat und sehr geübt ist, geht das sicherlich auch spontan. Die Gefahr bei Spontanität ist allerdings, dass wir in diesem Augenblick emotional sind und (noch) nicht sehr konstruktiv. Dies ist oft bei Streitgesprächen der Fall. Hier gilt es, zunächst durchzuatmen und in Ruhe einen Plan zu schmieden, der am Ende beiden Seiten hilft:
Was habe ich gehört?
Was hat das bei mir ausgelöst?
Was wünsche ich mir für die Zukunft?
Zu guter Letzt ist es aus meiner Sicht von Vorteil mit einer Unschuldsvermutung in ein Feedback-Gespräch zu gehen, d.h. alle Ergebnisoptionen im Hinterkopf offen zu halten, um dem Gegenüber wirklich die Chance zu geben mich zu hören, zu verstehen und mit mir gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten, ohne dass seine oder ihre eigenen Befindlichkeiten getriggert werden.
Systemisches Business Coaching kann für die Gestaltung deiner individuellen Feedback-Fertigkeiten eine großartige Unterstützung sein! Du möchtest mit mir darüber ins Gespräch kommen? Hier kannst du mir schreiben:
Nun überlege Dir mal:
An welcher Stelle wünschst du du mehr konstruktives Feedback?
Wann würdest du gerne einmal häufiger Deine Meinung äußern, hast aber Sorgen, dass du einen falschen Ton anschlägst?
Was würden deine Teamkollegen, deine Mitarbeiter oder deine Familienmitglieder brauchen, damit du XYZ erreichst?
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❤️

