#2 Long-Covid: Meine persönliche Lebenskrise. Und Chance.

In einem Jahr Long-Covid hatte ich sehr viel Zeit zum Nachdenken, in mich hinein zu spüren und meine Intention in diesem Leben zu hinterfragen.

Auf welche Antwort ich dabei gestoßen bin, ist gleichermaßen simpel, aber auch besorgniserregend.

Die meisten Long-Covid-Betroffenen, mit denen ich in dieser Zeit gesprochen habe, vermeiden es grundsätzlich, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Vor allem bei meiner Reha in Bad Zwesten in der Nähe von Kassel ist mir aufgefallen, dass viele PatientInnen in jeder freien Minute auf ihr Handy gucken, rauchen gehen oder sich über das Essen, die Kursinhalte, usw. beschweren.

Sich nicht mit sich selbst beschäftigen zu wollen ist nachvollziehbar, denn es ist für viele Menschen beängstigend, auch für mich.

Oft haben wir Angst,

  • die „Büchse der Pandorra“ zu öffnen und anschließend nie wieder zu machen zu können,
  • egoistisch zu sein,
  • unsere lieb gewonnen Gewohnheiten in Frage zu stellen,
  • dadurch wertvolle Zeit zu verlieren oder
  • festzustellen, dass wir uns jahrelang auf dem falschen Pfad bewegt haben.

Wenn ich tief in mich hinein höre, wünsche ich mir vor allem eins: In diesem Leben wirklich hilfreich zu sein.

Meine Intention ist meine Grundeinstellung, um die sich alles Weitere aufbaut: meine Gedanken, meine Pläne, meine Projekte, meine Träume, meine Taten.

Ich liebe mein Leben. So richtig erfüllt fühle ich mich aber nur, wenn ich meine Aufgaben so gestalten kann, dass sie meinem Herzen folgen. Nur dann spüre ich eine Leichtigkeit und Gelassenheit, die für mich der Beweis dafür ist, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

Was ist Deine Berufung in Deinem Leben?

Kennst Du Deinen Lebenszweck und folgst Du ihm auch konsequent?

Ich finde ja, es erfordert Mut, seiner Intention wirklich zu folgen, weil wir von uns selbst und äußeren Einflüssen immer wieder ausgebremst werden.

Die drei Haupteinflüsse, die mich persönlich regelmäßig entmutigen sind:

  1. die Erwartungshaltung anderer Menschen,
  2. mein Pflichtgefühl gegenüber anderen,
  3. mein (Irr-)Glaubenssatz, dass Disziplin und Durchhaltevermögen die wichtigsten Tugenden sind.

Aus meiner eigenen Erfahrung heraus glaube ich, dass es unser größter Fehler im Leben ist, unsere höchst persönliche Intention im Leben klein zu reden, zu ignorieren oder zu leugnen.

Was hindert Dich daran, Deiner Intention zu folgen?

Ich finde es sehr spannend, dass wir Menschen alle verschieden sind. Das heißt meine Wahrheit muss nicht Deine sein. Daher interessiert es mich wirklich und ehrlich, wie es Dir dabei geht!

Hinterlasse mir gern etwas in den Kommentaren oder, wenn es Dir lieber ist, schreibe mir eine E-Mail an Franziska.Nagorny@gmail.com. 😊

Ich schicke Dir eine warme Umarmung und alles Liebe,

Deine Franzi

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